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DIPL.- ING. LARS DEUTER

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BERATUNG PLANUNG BAULEITUNG
Wasserbau
Bundesrepublik Deutschland
bearbeitet durch die
Deutsche Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH, Berlin
Wasserwirtschaftliches Gutachten im Zuge der ergÀnzenden Planfeststellung
fĂŒr eine Landschaftspflegerische Ersatzmaßnahme

WiedervernÀssung des Seelschen Bruches

1) Anlass und Lage des Projektes
Nach dem Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG-LSA §§ 8ff) mĂŒssen alle durch den Ausbau der BAB A 2 bedingten Eingriffe in Natur und Landschaft durch geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden. DafĂŒr sind im Landschaftspflegerischen Begleitplan (INGENIEUR-CONSULT HAAS & PARTNER GMBH 1999) alle auftretenden Eingriffe ermittelt und der notwendige Kompensationsumfang bestimmt worden.
In Abstimmung mit den zustĂ€ndigen Behörden und VerbĂ€nden ist ein Konzept erarbeitet worden, die Kompensationsmaßnahmen fĂŒr die Neuversiegelung von Böden im Zuge des Autobahnbaus fĂŒr verschiedene Planfeststellungsabschnitte zwischen Marienborn und Magdeburg zu bĂŒndeln und im Seelschen Bruch umzusetzen
DerSeelsche Bruch befindet sich sĂŒdlich der Bundesautobahn BAB A 2 und hat Anteil an den Gemeinden Wefensleben, Hakenstedt und Eilsleben in den Landkreisen Ohrekreis und Bördekreis im Bundesland Sachsen-Anhalt.
Beim Seelschen Bruch handelt es sich um ein insgesamt ca. 750 ha großes Niedermoorgebiet, das im Zuge mehrerer Meliorationskampagnen (1910, 1949 und 1984) weitestgehend trockengelegt und einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zugefĂŒhrt wurde.
Das Gebiet wird von drei Hauptvorflutern durchströmt - im SĂŒden der A-Graben, in der Mitte der B-Graben und im Norden der C-Graben. Der A- und B– GrabenfĂŒhren dem Bruchgebiet oberirdisch Wasser zu, wobei der A-Graben das grĂ¶ĂŸte Einzugsgebiet (3600 ha) aufweist.
Im mittleren Bereich gibt es einige BrachflĂ€chen. SĂŒdöstlich vom Vorwerk Eimersleben und bei Hakenstedt existieren grĂ¶ĂŸere Hybrid-PappelbestĂ€nde und Erlenforste. In den Randbereichen und auf dem Nettelberg wird Ackerwirtschaft betrieben. Der weitaus umfangreichste Teil des Seelschen Bruches wird jedoch als Wiese bzw. Weide genutzt. Es handelt sich dabei um den grĂ¶ĂŸten zusammenhĂ€ngenden
GrĂŒnlandkomplex in der umgebenden weitrĂ€umigen Ackerlandschaf der Magdeburger Börde.
Die grundsĂ€tzliche Problematik besteht darin, das dass als Ersatzmaßnahme erworbene Gebiet im Norden des Bruches, welches nur vernĂ€sst werden darf, lediglich 300 ha umfasst und keinen oberirdischen Zufluss aufweist.
Der B-Graben verlĂ€uft ziemlich mittig durch den Bruch und stellt die sĂŒdliche Grunderwerbsgrenze der
DEGES dar.
Im Zuge der Untersuchungen zeigte es sich, dass ein Aufstau des B-Grabens, zur Nutzung dessen Wasserdargebots, die FlĂ€chen außerhalb der Vorhabensgrenze gefĂ€hrlich fĂŒr die weitere Nutzung beeinflussen wird.
 
Lageplan Seelscher Bruch
 
 

2) Ziele und Aufgaben des wasserwirtschaftlichen Gutachtens
Die vorgelegten wasserbaulichen Entwurfsunterlagen ergÀnzen die vorhandenen Planfeststellungsunterlagen in folgenden Punkten:
      Darstellung der vorhandenen wasserwirtschaftlichen Situation des Seelschen Bruches mit
  • grafischer Darstellung der vorhandenen Topographie (GelĂ€ndehöhen, LĂ€ngs- und Querschnitte)
  • Aufstellen der Wasserhaushaltsbilanz um festzustellen, ob das Vorhabensziel unter den gegebenen Bedingungen erreicht werden kann
 Hierzu mussten der Abfluss und die Verdunstung ermittelt werden
  • Aufmass der GrĂ€ben des gesamten Bruchgebietes und Darstellung der Querprofile und LĂ€ngsschnitte
  • Chemische Analyse der Böden und GewĂ€sser
  • Darstellen der derzeitigen Situation der NiedermoorflĂ€chen durch Ermittlung von Grundwasserganglinien der letzten Jahrzehnte, 43 BodenaufschlĂŒsse, Darstellung der vorhandenen GrundwasserflurabstĂ€nde
Aufzeigen möglicher Maßnahmen zur Wasseranreicherung des Projektgebietes und Schutz der angrenzenden FlĂ€chen gegen VernĂ€ssung in Folge des Aufstaus durch
  • Festlegung von Stauzielen unter BerĂŒcksichtigung der intensiven Nutzung der FlĂ€chen sĂŒdlich des Projektgebietes
  • Ermittlung und Darstellung der Grundwasseranhebung in Folge des Anstaus der Vorfluter
  • Ermittlung der erforderlichen Pufferzone sĂŒdlich des B-Grabens
 
 
 
3) Datengrundlage
TagesniederschlÀge der Wetterstation
     Monatswerte von Grundwasserpegel und Lattenpegelaus Ablesungen der 40 angelegten Grundwasserpegel.
     Gutachten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) zu den hydrologischen VerhĂ€ltnissen der letzten 30 Jahre

Digitales GelÀndemodell auf der Grundlage
- von Grabenvermessung der Metrik und der
- GelÀndehöhen zwischen den GrÀben aus Höhenaufnahmen von 1983 sowie der
- Topographischen Karten im Maßstab 1 : 10.000
- eigenen Grabenvermessungen
-    DGM aus Bildflug

EinzugsgebietsgrĂ¶ĂŸen durch topographische Karten
im Maßstab 1 : 10 000

Bodenkennwerte durch Bodengutachten vom MĂ€rz 2000
- Bodenart und chemische Bewertung, Aussage ĂŒber Zersetzungsgrad der Torfschicht
- kf-Werte, Kornverteilung

4) Zu beherrschende Probleme
  • Ermittlung der Wasserhaushaltsbilanz, da keine genauen Angaben zur Verdunstung und zum Abfluss vorlagen. Es zeigte sich, dass die Wetterdaten in diesem Gebiet auf kĂŒrzesten Entfernungen sehr unterschiedlich sind. Die angegebenen Werte des DWD, einer 13 km entfernten Wetterstation entsprachen nicht den örtlichen Begebenheiten. Hier mussten eigene Werte rechnerisch ermittelt und durch Versuche vor Ort kalibriert werden.
    • Die rechnerische Abflussermittlung der GrĂ€ben war auf Grund des sehr geringen GefĂ€lles und auf Grund von rĂŒcklĂ€ufigen Wasserbewegungen und durch das große Einzugsgebiet des A-Grabens in den B– und C-Graben nur schwer möglich. Auch hier mussten die rechnerischen Ergebnisse an örtlichen provisorischen Messwehren angeglichen werden.
    • Nur so gelang die Aufstellung einer realistischen Wasserhaushaltsbilanz, die die örtlichen Begebenheiten dann in ein realistisches, heute bestĂ€tigtes Modell, ĂŒbertragen ließen.
       
  • Die Daten des Bildfluges waren auf Grund der geringen Höhenunterschiede im Bruchgebiet und des dadurch störenden Bewuchses sehr ungenau. Die Ă€lteren Kartenwerte waren durch die Moorsetzungen nicht brauchbar, um Grundwasserflurabstandsdifferenzen von 10 cm aufzutragen. Um dennoch ein realistisches, aber kurzfristiges und finanzierbares GelĂ€ndemodell zu erhalten, mussten örtliche Vermessungen und der Bildflug ĂŒber ein Rechenmodell angeglichen werden.
     
  • Da die zu vernĂ€ssenden FlĂ€chen direkt an die nicht zu vernĂ€ssenden FlĂ€chen höhengleich anschließen und zum Teil die FlĂ€chen außerhalb der Grunderwerbsgrenze gesĂ€ttigter sind, als die eigentlichen ProjektflĂ€chen, mussten die verschiedenen Interessengruppen (NaturschutzverbĂ€nde, Behörden und Anlieger) durch zahlreiche Veranstaltungen von dem Erfolg des Vorhabens und dem Schutz der NachbarflĂ€chen ĂŒberzeugt werden.
 

5) Vorgehensweise
Die Niederschlagsdaten werden in einer durch die DEGES errichteten Wetterstation gemessen, elektronisch aufgezeichnet und einmal monatlich zur Ablesung der Grundwassermessstellen und der Lattenpegel abgerufen.
Zur Bestimmung der Verdunstung wurde zu Beginn auf Werte des DWD dreier benachbarten Wetterstationen ĂŒber Regression zurĂŒck gegriffen. Es zeigte sich, dass diese Werte nicht aussagekrĂ€ftig sein konnten, da diese mit den örtlichen Niederschlagsauswertungen und den dazugehörigen GrundwasserstĂ€nden keine sinnvolle Wasserhaushaltsbilanz ergaben. Daher wurden mehrere Feldversuche durchgefĂŒhrt, die an Ergebnisse einer empirischen Rechenformal unter BerĂŒcksichtigung der Wetterdaten und mit den Werten fĂŒr Niederschlag und Verdunstung des DWD kalibriert wurden. Hieraus ließen sich brauchbare Ergebnisse ableiten.
Die Ermittlung des Zu– und Abflussanteils in das Gebiet erwies sich auch als schwierig. Anfangs sollten die Werte ebenfalls errechnet werden. Da die GrĂ€ben nahezu kein GefĂ€lle aufweisen und bei zunehmender positiver Wasserhaushaltsbilanz sogar entgegengesetzt strömen, waren ĂŒbliche einfache Rechenmethoden nicht ein zu setzen. Auch hier haben wir ĂŒber kostengĂŒnstige Feldversuche mit Messwehren gute Ergebnisse erzielt.
SĂ€mtliche gemessenen Werte wurden monatlich in eine Access-Datenbank ĂŒbernommen.
Um zur Darstellung der GrundwasserflurabstĂ€nde insbesondere zur Ableitung eines Grundwasserströmungsmodell genaue ĂŒbersichtliche PlĂ€ne zu erhalten und um ebenfalls schnell LĂ€ngs– und Querschnitte einschließlich Darstellung der GrundwasserstĂ€nde zu erhalten, wurden die Datenbank an ein 3-dimensionales CAD-Programm angebunden. (anfangs Card1, ab 2005 Civil 3D.) Durch Verschneidung mit dem DGM sind so fĂŒr jeden Zeitpunkt die entsprechenden GrundwasserstĂ€nde abrufbar. Durch das GelĂ€nde kann an jeder Stelle dann ein gewĂŒnschter GelĂ€ndeschnitt gefĂŒhrt werden.
Um Aussagen ĂŒber die VerĂ€nderungen der GrundwasserstĂ€nde nach Einbau von Wehren, DĂ€mmen, Teichen und andere Eingriffe ableiten zu können, wurde mittels dem Programm Modflow ein Grundwasserströmungsmodell aufgestellt. Durch die gute Aufarbeitung des Ist-Bestandes konnte das Grundwasserströmungsmodell ausgezeichnet kalibriert werden. Diese Voraussagen haben sich spĂ€ter exakt bestĂ€tigt.

 
 
6) Stausystem
Durch das gute Grundwasserströmungsmodell waren wir in der Lage, ein System zur Staubewirtschaftung abzuleiten, welches minimalen Bedienungsaufwand benötigt, NachbarflÀchen nicht beeinflusst und dennoch mit dem geringen Wasserdargebot das Kompensationsziel erreicht.
Durch Herstellen von DĂ€mmen aus den Bodenaushub der Teiche wurden 3 Kaskaden geschaffen. Der Wasserstand jeder Kaskade ist am Mittelgraben des Projektgebietes durch ein Stauklappenwehr steuerbar. Somit kann der hohe WasserĂŒberschuss in den Kaskaden wie PolderflĂ€chen gestaut werden. Die Stauhöhe der untersten Kaskade, die an die NachbargrundstĂŒcke, getrennt durch den B-Graben angrenzt, kann im FrĂŒhjahr verringert werden, um die NachbarflĂ€chen nicht mit zu ĂŒberstauen bzw. anzustauen, da der B-Graben freien Abfluss behĂ€lt.
Die beiden oberen Kaskaden speichern aber ausreichend Wasser, welche lange in das FrĂŒhjahr hinein ĂŒberstaut bleiben können und das Wasser mittels der Grundwasserströmung in die untere Kaskade abgeben. 
Hierdurch wurde das Wasserdefizit soweit reduziert, dass gewĂŒnschte GrundwasserflurabstĂ€nde in den Sommermonaten sich einstellen.
Die etwas höheren Baukosten von Stauklappenwehren gegenĂŒber einfachen Rohrwehren haben sich auf Grund der geringen Wartungsaufwendungen und der einfachen Bedienung bewehrt.
Karte mit GrundwasserflurabstÀnden
 

7) Maßnahmen
  • Herstellung von 20 Teichen mit einem Aushubvolumen von 25.000 mÂł
  • Herstellen von Baustraßen und örtlichen Standorten aus Baggermatrazen zur Herstellung der baulichen Anlagen auf dem Niedermoorböden
  • Grundwasserhaltung
  • Herstellen von 6 Wehren
  • Herstellen von 2 StahlbetonrahmendurchlĂ€ssen
  • Herstellen von 5 km DĂ€mmen
  • Bau eines 2 km langen Umfassungsgraben
  • FĂ€llen von 300 Pappeln
  • Neupflanzung von 1000 Gehölzen
  • Baukosten ca. 1,2 Mio Euro
 

Sanierung des Seerosenteiches in Oschersleben


Bild 1: Bestandsfoto

Bild 3: nach Fertigstellung

Bild2: Ausbauphase
  • Der Seerosenteich stellt das Herz des Stadtparks Oschersleben dar
  • Die Teichanlage war völlig verschlammt, die Teichdichtung war zerstört
  • Der Teich wurde entschlammt und mit einer neuen Dichtung versehen
  • Ziel war es, die Teichgestaltung naturnah mit flachen Böschungen herzustellen
  • die Profilierung erfolgte so, dass eine möglichst große Selbstreinigung stattfinden kann
  • der Wasserstand wird durch einen Brunnen mit elektronisch gesteuerter Pumpe gehalten
  • Teich wurde naturnah wieder bepflanzt
  • TeichgrĂ¶ĂŸe 40x60 m
 

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